Ingo Zamperoni – Anderland

2017 war eine Zäsur in der Geschichte der USA. Wie schnell ändern sich durch eine Regierung, die die Regeln des politischen Miteinanders bricht, das ganze Land und seine Leute? Wie vereinigt sind die Staaten noch? Ingo Zamperoni war stets ein Fan der USA und kennt das Land in all seinen Facetten. Aber als kritischer Beobachter fragt er sich: Wie stabil kann dieses urdemokratische Gemeinwesen  bleiben, wenn sein oberster Repräsentant an der Grenze des Asozialen agiert? Wie schnell verschwinden Toleranz, Rücksichtnahme und Freundlichkeit aus einer Gesellschaft, wenn dem Staatslenker diese Werte nichts zu bedeuten scheinen? Wie groß ist die Hoffnung noch, Amerika werde „great again“? In persönlichen Begegnungen und Betrachtungen erlebt Ingo Zamperoni ein Land, das er vor kaum mehr als einem Jahr verlassen hat, das ihm immer fremder erscheint ‒ und in dem die Risse sogar quer durch die eigene Familie gehen. Er schildert seine persönlichen Eindrücke aus einem Amerika, das aus den Fugen geraten ist, und zieht Parallelen zur jüngsten Entwicklung in Deutschland.

Ingo Zamperoni beschreibt in Anderland die Entwicklung der USA während des Wahlkampfes und nach der Wahl. Er hat dafür mit, sehr vielen Menschen gesprochen und dabei die unterschiedlichsten Meinungen gesammelt.

Wichtig ist aber, dass er mit den Gesprächen deutlich machen kann, inwiefern sich die USA, ja die Welt, unter einem Präsidenten Trump verändern wird.

Außerdem hat er einen prüfenden Blick darauf, inwiefern Trump schon große Änderungen durchgesetzt hat und wieso einige Dinge im Zweifel gar nicht schlecht sind.

Auf Grund seiner Erfahrung als Journalist hat Ingo Zamperoni einen sehr gradlinigen Schreibstil und es wirkt immer so, als wenn er über jeden Satz lange und detailliert nachgedacht hat, damit dieser Satz nicht aus dem Kontext gerissen wird, oder jemand fälschlicherweise beleidigt ist.

Mir gefällt die Aufarbeitung der Präsidentschaft Trump und die Beschreibungen sehr gut, weil dadurch ein neuer Blickwinkel geöffnet wird, jenseits der Twitter-Beschimpfungen.

James Comey – Größer als das Amt

Die Erinnerungen von Ex-FBI-Chef James B. Comey sind aktuell, brisant und spannend wie ein Krimi. 2017 von Präsident Trump gefeuert, schreibt Comey einen fesselnden Insider-Bericht über politische Machenschaften und das von Donald Trump korrumpierte System.

Ein Sachbuch wie ein Kriminalroman der Extraklasse: James Comeys brisante Erinnerungen an die vergangenen 20 Jahre im Zentrum der Macht zeigen ihn als unbeugsamen Ermittler, der gegen die Mafia, gegen CIA-Folter und NSA-Überwachung, und zuletzt im Wahlkampf 2016 gegen Hillary Clintons Umgang mit dienstlichen Emails und Donald Trumps Russland-Verbindungen vorgegangen ist. Der Weg des parteilosen New Yorker Vorzeigejuristen gleicht einer politischen Achterbahnfahrt: stellvertretender Justizminister unter George W. Bush, zum FBI-Direktor ernannt von Barack Obama und gefeuert von Donald Trump wegen angeblicher Illoyalität. Sein Buch ist ein eindrückliches Lehrstück über den aufrechten Gang in einer verantwortungslosen Regierung.

Quelle: Droemer-Knaur

James Comey ist mit Sicherheit kein perfekter oder guter Autor. Aber er hat mit seinem Buch einfach den Versuch gemacht, alles seine geleisteten Schritte als Beamter für die Vereinigten Staaten von Amerika zu erklären.

Angefangen mit seiner Kindheit, seiner Jugend, seiner Ausbildung. Seine ersten Berufsjahre und sein Aufstieg sind gut beschrieben und jederzeit für den Leser nachzuvollziehen.

Auch die wilde Zeit als FBI-Direktor wird anschaulich erklärt und jede Entscheidung ist gut nachvollziehbar. Man kann verstehen, warum er in manchen Situationen reagiert hat, wie er es getan hat und er wirft gleichzeitig ein persönlich gefärbtes Bild auf Donald Trump, dass noch viel schlimmer ist als das, was in Fire&Fury beschrieben wird.

Man könnte ihm eine Abrechnung vorwerfen, aber wenn man das Buch liest wirkt es eher so, als wenn er seine tiefe Bestürzung darüber zum Audruck bringen möchte, wie sehr der angebliche „Sumpf“ in Washington durch Trump verschlimmert wurde, weil der seine Regierung eher wie die Mafia sieht und so regieren möchte.

Wer sich für amerikanische Politik interessiert, der sollte das Buch lesen, damit er einen Einblick bekommt und sich ein Bild machen kann.

Christian Sievers – Grauzonen

Zwanzig Minuten hat Christian Sievers in einer «heute»-Sendung, um über das aktuelle Weltgeschehen zu berichten – und muss dabei erklären, zusammenfassen, weglassen. In diesem Buch erzählt er die Geschichten hinter der Nachricht.
Gerade in den Krisengebieten dieser Welt stößt er auf Unerwartetes, Überraschendes, Verwirrendes: Humor neben Hass, Mut in der Katastrophe, Propaganda mit Augenzwinkern und Lügner, die den Wert der Wahrheit predigen. Eine verunsicherte Medienwelt steht vor der Herausforderung, all diesen Facetten der Story gerecht zu werden.
Das Buch ist ein Blick hinter die Kulissen einer Nachrichtensendung und in den aufwühlenden Alltag von Krisenreportern. Es ist auch eine Liebeserklärung an den Nahen Osten, wo nichts geht und alles möglich ist.
Quelle: Amazon.de

Wie kann ein Reporter in unter 2 Minuten das Leid tausender Menschen beschreiben? Wieso sieht im Fernsehen alles einfach aus, obwohl es in der Realität komplizierter ist, als ein Mensch es erfassen kann?

Christian Sievers, seit vielen Jahren ambitionierter Journalist, versucht in seinem Buch „Grauzonen“ nicht das Geschäft des Journalismus für die Populisten zu erklären, sondern er zeigt eindrucksvoll aus seiner Erfahrung auf, wie schwer das Leben als Journalist sein kann und wie manchmal einfach ein Zufall dafür sorgt, dass man im Journalismus Karriere machen kann.

Allerdings zeigt er auch deutlich, dass Integrität immer nötig ist. Auch wenn viele Menschen die traditionellen Medien verfluchen und ihnen kein Wort glauben, ist die Integrität der „alten“ Medien immer noch der beste Garant dafür, dass die Welt die korrekten Informationen bekommt.

In den Zeiten von Facebook und anderen obskuren Medien, die News nur vorgefiltert zeigen und damit den Leuten auch nur das zeigen, was deren Meinung entspricht, braucht es Menschen wie Christian Sievers, die die schonungslose Wahrheit verbreiten und die Lügen von Politik und Wirtschaft anprangern und diese auch als solche in die Welt schreien.

Bevor wieder jemand „Lügenpresse“ schreit und damit seine Unwissenheit verbreitet, hat er gefälligst „Grauzonen“ zu lesen und darf sich erst danach seine eigene Meinung bilden. Oder er liest die „Bild“ und bildet sich daraus seine Meinung.

Waldtraut Lewin – Nordische Göttersagen

Odin, Thor und Freyja – diese Namen hat jeder schon einmal gehört. Aber nur die wenigsten kennen auch die Geschichten, die sich um die Göttergestalten aus Walhall ranken. Vom Anbeginn der Welt bis zu ihrem Untergang spannt sich der Bogen der hier versammelten nordischen Sagen. Sie erklären, warum Thor mit seinem Wagen am Himmel entlangfährt, was es mit dem Zaubertrank Dichtermet auf sich hat und welche Nachrichten die Raben Hugin und Munin dem weisen Göttervater Odin zutragen.
Quelle: Amazon.de

Die nordischen Sagen in der Edda zu lesen, gleicht einem Spießrutenlauf, da die Sprache heutzutage kaum noch nachzuvollziehen ist und die Art des Schreibstils nicht eingehend ist.

Schön, dass Waldtraut Lewin sich drangesetzt hat und die nordischen Göttersagen in eine einfach verständliche Sprache übersetzt hat.

Es geht von den Anfängen der Sagen bis zum Weltenbrand und dem Untergang von Asgard. Dazwischen wird immer wieder klar, dass Asgard nicht die heile Welt ist, die in den Marvel Film gezeigt wird.

Wer sich für dieses Thema interessiert und leicht verständliche Kost lesen will, ist mit diesem Buch gut beraten.

John Katzenbach: Die Grausamen

Tessa… Vor 20 Jahren verschwand die Dreizehnjährige spurlos und irgendwann wuchs Gras über die Sache.

Gabe, ein psychisches Wrack durch einen Unfall und Marta, psychisch angeschlagen auf Grund einer Fehlentscheidung… Beides Polizisten, die in die Cold Case Abteilung abgeschoben werden, damit sie keinen Schaden anrichten können.

Doch dann stossen die beiden auf „die toten vier“. Vier junge Männer. Alle hingerichtet. Alle Fälle ungeklärt. Immer die gleichen ermittelnden Beamten und immer wieder der Hinweis: „Weitere Ermittlungen nötig“.

Aber wie soll man Fälle aufklären, die von allen Seiten lieber ungelöst bleiben sollen?

John Katzenbach hat es wieder geschafft ein Buch zu veröffentlichen, dass an Bücher wie z.B. die Anstalt herankommt. Bis kurz vor dem Ende weiß man nicht, wer wirklich Täter oder Opfer ist.

Auch die Zwischenstories sind absolut schlüssig und die Personenbeschreibungen sind so exakt, dass man sich perfekt in die Charaktere hineinversetzen kann.

Ich bin wirklich begeistert von dem Hörbuch und kann es jedem empfehlen.

Walter Hansen – Asgard. Eine Reise in die Götterwelt der Germanen

Die Götterwelt der alten germanischen Sagen gibt es sie wirklich? In seinem fesselnden Reisebericht geht der Autor Walter Hansen dieser spannenden Frage nach. Seine These: Die Mythendichter waren inspiriert von den Landschaften Islands, Landschaften von steinerner Ödnis und ungeheurer Schönheit. Mit detektivischem Spürsinn entschlüsselt Hansen die uralten Texte und macht sich im Herzen der Insel auf eine abenteuerliche Expedition. Und er findet, was er sucht: Die Götterburg Asgard, die Unterwelt Helheim, die Reiche der Riesen und Zwerge – sie existieren tatsächlich!

Quelle: Amazon.de

Die nordische Mythologie ist schon etwas ganz besonderes. Besonders schön ist, dass diese Mythologie nicht durch irgendwelche Geschichten und Märchen entstanden ist, sondern durch tatsächliche Erlebnisse und die dadurch entstandenen Eindrücke der damals Beteiligten. Mangels Wissen über Geologie, entstanden die Mythen um Odin, seine Söhne, Asgard und die Unterwelt.

Der Autor beschreibt sehr anschaulich, wie die damaligen Routen der Reisenden waren und was sie dort gesehen haben. Dazu wird dann im Anschluss beschrieben, wie aus dem Gesehenen die Mythologie wurde.

Ein Beispiel ist die Brücke zur Unterwelt. Ein ganz normales geologisches Gebilde kam den damals Lebenden vor, wie die Brücke zur Unterwelt.

Auch die Orte werden sehr bildlich dargestellt und man lässt sich mitreißen auf eine Reise in die Götterwelt der Germanen.