David Baldacci – Der Komplize

Der Auftragskiller Will Robie nimmt gerade seine nächste Zielperson ins Visier, da gerät er mitten in einen Banküberfall und wird als Geisel genommen – zusammen mit dem ehemaligen Geheimagenten Oliver Stone. Aber ist es tatsächlich nur ein normaler Raubüberfall? Oder sind die Bankräuber in Wahrheit hinter etwas anderem her – etwas, das viel wertvoller ist als alles Geld im Tresor?

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Wenn David Baldacci seine beiden erfolgreichsten Protagonisten Oliver Stone und Will Robie aufeinandertreffen lässt, dann erwartet den Leser ein Feuerwerk an Spannung und Nervenkitzel.

Allerdings ist auch hier wieder die bekannte Masche des Autors, dass nicht alles Realität ist, was man glaubt. Nur wer das Buch bis zum Ende liest oder hört, der wird auch mit einem krönenden Abschluss belohnt.

Wer auf Spannung steht und die beiden besten Killer der US-Regierung in Aktion erleben will, der macht mit dem Buch bzw. dem Hörbuch auch nichts falsch.

David Baldacci: Will Robie 1-4

Der Killer: Thriller (Will Robie, Band 1)

Amerika hat Feinde – skrupellose Menschen, die weder Polizei, FBI noch das Militär aufhalten können. In diesen Fällen wendet sich die Regierung an Will Robie, einen Auftragskiller, der sein Ziel stets trifft. Doch der hat gerade den ersten – und vielleicht letzten – Fehler seiner Karriere begangen. Denn Robie hat die Zielperson, die er eigentlich eliminieren sollte, laufen lassen, weil ihm irgendwas an diesem Auftrag seltsam erschien. Nun wird der Killer selbst zum Ziel. Auf der Flucht vor seinen eigenen Leuten kommt Robie einer unglaublichen Verschwörung auf die Spur.

Der Autor schafft mit Will Robie einen Charakter, der widersprüchlich ist. Einerseits der hartgesottene Agent, zum töten ausgebildet, andererseits der Mensch, der sich nicht scheut Unschuldige zu schützen.
So wird aus einer undurchsichtigen Story nach und nach ein spannender Thriller, der ein ziemlich überraschendes Ende hat. Und… Man darf sich nie zu sicher sein. Alles was man glaubt zu wissen, kann im nächsten Moment über den Haufen geworfen werden.

Verfolgt: Thriller (Will Robie, Band 2)

Als knallharter Killer ist Will Robie genau der Mann, den die US-Regierung ruft, wenn es um die Eliminierung der schlimmsten Staatsfeinde geht. Niemand kann es mit Robie aufnehmen – niemand außer Jessica Reel, eine Kollegin von Robie. Die hat nun offenbar die Seiten gewechselt, weshalb Robie sie zur Strecke bringen soll. Doch als er die Verfolgung aufnimmt, findet er heraus, dass hinter Jessicas Verrat etwas anderes steckt, als man ihm weismachen wollte. Zusammen decken die zwei Killer eine Verschwörung ungeahnten Ausmaßes auf …

Der Knallharte Killer soll auf einen Schlag Polizist spielen und eine Kollegin finden oder eliminieren. Eine neue Situation und die Beweise und Vorgänge zwingen der Will Robie dazu, sich alles etwas genauer anzuschauen und damit sogar seinen Vorgesetzten ziemlich auf die Füße zu treten.
Spannend von der ersten bis zur letzten Minute.

Im Auge des Todes: Thriller (Will Robie, Band 3)

Will Robie und seine Partnerin Jessica Reel, die zwei besten Profikiller ihres Landes, erhalten vom Präsidenten einen heiklen Auftrag: Sie sollen Nordkoreas unberechenbaren Führer ausschalten. Während sie sich auf ihre Mission vorbereiten, wird Jessica von den Geistern ihrer Vergangenheit eingeholt, die alle bedrohen, die ihr nahestehen. Doch damit nicht genug, denn plötzlich taucht ein neuer, unbekannter Feind auf: eine Frau mit eigener Abschussliste. Und auf der stehen auch Robie und Jessica.

Lustigerweise ist dieses Buch aktueller denn je. Denn den Anführer von Nordkorea zu töten, das sähe auch Trump ähnlich.
Dieser Teil der Reihe ist ein sehr düsterer. Es werden Dinge erzählt und beschrieben, die einem Angst machen. Zumal Robie es nicht nur mit bestens ausgebildeten Killern zu tun bekommt, sondern auch mit Personen, die definitiv geistig verwirrt und damit umso unberechenbarer sind.

Falsche Wahrheit: Thriller (Will Robie, Band 4)

Will Robie ist der professionellste und beste Auftragskiller der US-Regierung. Er infiltriert die feindseligsten Länder der Welt, überwindet die fortschrittlichsten Sicherheitsmaßnahmen und beseitigt Bedrohungen, ehe sie Amerika überhaupt erreichen.
Doch dann, urplötzlich, versagt Robie. Bei einem Einsatz in Übersee bringt er es nicht fertig, den Abzug zu drücken. Ohne seine tödlichen Fähigkeiten ist Robie ein Mann ohne Mission und Lebensinhalt. Um wiederzubekommen, was er verloren hat, muss er sich dem stellen, was er 20 Jahre lang zu vergessen versuchte: seiner eigenen Vergangenheit.

Zum ersten Mal lernt man Will Robies Vergangenheit kennen. Diese ist ein düsteres Kapitel in seinem Leben und tauschen möchte man nicht. Zum Glück hat er Verbündete an seiner Seite, die ihm bei der Aufklärung der Vorkommnisse helfen.

Fazit

Nach dem ich alle vier Teile durchgehört habe, kann ich mir ein Urteil erlauben. Wie bei fast allen seinen Büchern hat David Baldacci Charaktere geschaffen, die man sich gar nicht bildlich vorstellen muss. Durch seinen Schreibstil hat man das Gefühl, man würde in der First-Person-View live dabei sein. Nur wenige Passagen in den Büchern sind langatmig und sorgen für ein wenig Skepsis.

Anfangs war ich ein wenig gelangweilt, weil erst mal viel erklärt werden musste. Aber nach den ersten Stunden, habe ich die vier Hörbücher verschlungen und bereue keine Minute davon.

Ich freue mich auch schon auf den 5. Teil. Leider ist dieser erst im März 2018 rausgekommen und daher aktuell nur auf Englisch verfügbar. Sobald der aber auch Deutsch und als Hörbuch verfügbar ist, werde ich diesen Teil auch noch hören.

Ach so, die vier Teile der Serie gibt es übrigens bei Apple Music im Abo. Wer das Abo eh abgeschlossen hat, sollte sich die Hörbücher ruhig anhören.

Ingo Zamperoni – Anderland

2017 war eine Zäsur in der Geschichte der USA. Wie schnell ändern sich durch eine Regierung, die die Regeln des politischen Miteinanders bricht, das ganze Land und seine Leute? Wie vereinigt sind die Staaten noch? Ingo Zamperoni war stets ein Fan der USA und kennt das Land in all seinen Facetten. Aber als kritischer Beobachter fragt er sich: Wie stabil kann dieses urdemokratische Gemeinwesen  bleiben, wenn sein oberster Repräsentant an der Grenze des Asozialen agiert? Wie schnell verschwinden Toleranz, Rücksichtnahme und Freundlichkeit aus einer Gesellschaft, wenn dem Staatslenker diese Werte nichts zu bedeuten scheinen? Wie groß ist die Hoffnung noch, Amerika werde „great again“? In persönlichen Begegnungen und Betrachtungen erlebt Ingo Zamperoni ein Land, das er vor kaum mehr als einem Jahr verlassen hat, das ihm immer fremder erscheint ‒ und in dem die Risse sogar quer durch die eigene Familie gehen. Er schildert seine persönlichen Eindrücke aus einem Amerika, das aus den Fugen geraten ist, und zieht Parallelen zur jüngsten Entwicklung in Deutschland.

Ingo Zamperoni beschreibt in Anderland die Entwicklung der USA während des Wahlkampfes und nach der Wahl. Er hat dafür mit, sehr vielen Menschen gesprochen und dabei die unterschiedlichsten Meinungen gesammelt.

Wichtig ist aber, dass er mit den Gesprächen deutlich machen kann, inwiefern sich die USA, ja die Welt, unter einem Präsidenten Trump verändern wird.

Außerdem hat er einen prüfenden Blick darauf, inwiefern Trump schon große Änderungen durchgesetzt hat und wieso einige Dinge im Zweifel gar nicht schlecht sind.

Auf Grund seiner Erfahrung als Journalist hat Ingo Zamperoni einen sehr gradlinigen Schreibstil und es wirkt immer so, als wenn er über jeden Satz lange und detailliert nachgedacht hat, damit dieser Satz nicht aus dem Kontext gerissen wird, oder jemand fälschlicherweise beleidigt ist.

Mir gefällt die Aufarbeitung der Präsidentschaft Trump und die Beschreibungen sehr gut, weil dadurch ein neuer Blickwinkel geöffnet wird, jenseits der Twitter-Beschimpfungen.

James Comey – Größer als das Amt

Die Erinnerungen von Ex-FBI-Chef James B. Comey sind aktuell, brisant und spannend wie ein Krimi. 2017 von Präsident Trump gefeuert, schreibt Comey einen fesselnden Insider-Bericht über politische Machenschaften und das von Donald Trump korrumpierte System.

Ein Sachbuch wie ein Kriminalroman der Extraklasse: James Comeys brisante Erinnerungen an die vergangenen 20 Jahre im Zentrum der Macht zeigen ihn als unbeugsamen Ermittler, der gegen die Mafia, gegen CIA-Folter und NSA-Überwachung, und zuletzt im Wahlkampf 2016 gegen Hillary Clintons Umgang mit dienstlichen Emails und Donald Trumps Russland-Verbindungen vorgegangen ist. Der Weg des parteilosen New Yorker Vorzeigejuristen gleicht einer politischen Achterbahnfahrt: stellvertretender Justizminister unter George W. Bush, zum FBI-Direktor ernannt von Barack Obama und gefeuert von Donald Trump wegen angeblicher Illoyalität. Sein Buch ist ein eindrückliches Lehrstück über den aufrechten Gang in einer verantwortungslosen Regierung.

Quelle: Droemer-Knaur

James Comey ist mit Sicherheit kein perfekter oder guter Autor. Aber er hat mit seinem Buch einfach den Versuch gemacht, alles seine geleisteten Schritte als Beamter für die Vereinigten Staaten von Amerika zu erklären.

Angefangen mit seiner Kindheit, seiner Jugend, seiner Ausbildung. Seine ersten Berufsjahre und sein Aufstieg sind gut beschrieben und jederzeit für den Leser nachzuvollziehen.

Auch die wilde Zeit als FBI-Direktor wird anschaulich erklärt und jede Entscheidung ist gut nachvollziehbar. Man kann verstehen, warum er in manchen Situationen reagiert hat, wie er es getan hat und er wirft gleichzeitig ein persönlich gefärbtes Bild auf Donald Trump, dass noch viel schlimmer ist als das, was in Fire&Fury beschrieben wird.

Man könnte ihm eine Abrechnung vorwerfen, aber wenn man das Buch liest wirkt es eher so, als wenn er seine tiefe Bestürzung darüber zum Audruck bringen möchte, wie sehr der angebliche „Sumpf“ in Washington durch Trump verschlimmert wurde, weil der seine Regierung eher wie die Mafia sieht und so regieren möchte.

Wer sich für amerikanische Politik interessiert, der sollte das Buch lesen, damit er einen Einblick bekommt und sich ein Bild machen kann.

Christian Sievers – Grauzonen

Zwanzig Minuten hat Christian Sievers in einer «heute»-Sendung, um über das aktuelle Weltgeschehen zu berichten – und muss dabei erklären, zusammenfassen, weglassen. In diesem Buch erzählt er die Geschichten hinter der Nachricht.
Gerade in den Krisengebieten dieser Welt stößt er auf Unerwartetes, Überraschendes, Verwirrendes: Humor neben Hass, Mut in der Katastrophe, Propaganda mit Augenzwinkern und Lügner, die den Wert der Wahrheit predigen. Eine verunsicherte Medienwelt steht vor der Herausforderung, all diesen Facetten der Story gerecht zu werden.
Das Buch ist ein Blick hinter die Kulissen einer Nachrichtensendung und in den aufwühlenden Alltag von Krisenreportern. Es ist auch eine Liebeserklärung an den Nahen Osten, wo nichts geht und alles möglich ist.
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Wie kann ein Reporter in unter 2 Minuten das Leid tausender Menschen beschreiben? Wieso sieht im Fernsehen alles einfach aus, obwohl es in der Realität komplizierter ist, als ein Mensch es erfassen kann?

Christian Sievers, seit vielen Jahren ambitionierter Journalist, versucht in seinem Buch „Grauzonen“ nicht das Geschäft des Journalismus für die Populisten zu erklären, sondern er zeigt eindrucksvoll aus seiner Erfahrung auf, wie schwer das Leben als Journalist sein kann und wie manchmal einfach ein Zufall dafür sorgt, dass man im Journalismus Karriere machen kann.

Allerdings zeigt er auch deutlich, dass Integrität immer nötig ist. Auch wenn viele Menschen die traditionellen Medien verfluchen und ihnen kein Wort glauben, ist die Integrität der „alten“ Medien immer noch der beste Garant dafür, dass die Welt die korrekten Informationen bekommt.

In den Zeiten von Facebook und anderen obskuren Medien, die News nur vorgefiltert zeigen und damit den Leuten auch nur das zeigen, was deren Meinung entspricht, braucht es Menschen wie Christian Sievers, die die schonungslose Wahrheit verbreiten und die Lügen von Politik und Wirtschaft anprangern und diese auch als solche in die Welt schreien.

Bevor wieder jemand „Lügenpresse“ schreit und damit seine Unwissenheit verbreitet, hat er gefälligst „Grauzonen“ zu lesen und darf sich erst danach seine eigene Meinung bilden. Oder er liest die „Bild“ und bildet sich daraus seine Meinung.

Waldtraut Lewin – Nordische Göttersagen

Odin, Thor und Freyja – diese Namen hat jeder schon einmal gehört. Aber nur die wenigsten kennen auch die Geschichten, die sich um die Göttergestalten aus Walhall ranken. Vom Anbeginn der Welt bis zu ihrem Untergang spannt sich der Bogen der hier versammelten nordischen Sagen. Sie erklären, warum Thor mit seinem Wagen am Himmel entlangfährt, was es mit dem Zaubertrank Dichtermet auf sich hat und welche Nachrichten die Raben Hugin und Munin dem weisen Göttervater Odin zutragen.
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Die nordischen Sagen in der Edda zu lesen, gleicht einem Spießrutenlauf, da die Sprache heutzutage kaum noch nachzuvollziehen ist und die Art des Schreibstils nicht eingehend ist.

Schön, dass Waldtraut Lewin sich drangesetzt hat und die nordischen Göttersagen in eine einfach verständliche Sprache übersetzt hat.

Es geht von den Anfängen der Sagen bis zum Weltenbrand und dem Untergang von Asgard. Dazwischen wird immer wieder klar, dass Asgard nicht die heile Welt ist, die in den Marvel Film gezeigt wird.

Wer sich für dieses Thema interessiert und leicht verständliche Kost lesen will, ist mit diesem Buch gut beraten.