Der Nahe und mittlere Osten in Flammen

So oder so ähnlich könnte man die Situation in Syrien, im Libanon, im Iran, in Israel und in den Grenzgebieten zur Türkei betiteln…

Die Türkei marschiert in den Norden Syriens ein, weil angeblich Terroristen der YPG und damit die PKK bekämpft werden soll. Das das alles nur scheinheilige Lügen sind hat die ganze Welt erkannt, aber es möchte niemand etwas dagegen tun. Ein paar halbherzige Aufforderungen den Krieg zu beenden und mit der PKK in Dialog zu treten ist alles, was die Weltgemeinschaft zustande bekommt.

Nun kann Erdogan offen seinen ideologischen Krieg gegen angebliche Terroristen führen und sperrt gleichzeitig jeden ein, der sich negativ über die Kampfhandlungen äußert, weil das ja angeblich „Terrorpropaganda“ wäre.

Die Russen und Amerikaner mischen auch kräftig mit im syrischen Konflikt. Sowas nennt sich dann hinter vorgehaltener Hand „Stellvertreterkrieg“. Ein bisschen Kräftemessen zwischen zwei Weltmächten.

Die eine Weltmacht am Rande des Ruins und der Bedeutungslosigkeit auf Grund der Inkompetenz endlich das stalinistische Gedankengut abzulegen, die andere Weltmacht immer noch von den katastrophalen Niederlagen in Vietnam, Afghanistan und Irak gespalten und tief erschüttert.

So findet sich in Syrien endlich eine Möglichkeit, die jahrelang im kalten Krieg nicht geführten Scharmützel auszutragen und das ultimative Kräftemessen durchzuführen. Natürlich wir dies alles unter dem Vorwand der Bekämpfung von ISIS aka Daesh vollzogen, da offen ausgetragene Konflikte der beiden Parteien politischer Selbstmord wären.

Und zu guter letzt treffen in dem Konflikt noch zwei alte Erzfeinde aufeinander. Israel und der Iran, unterstützt durch die Hisbollah im Libanon. Wobei dieser Konflikt das größte Gefahrenpotential birgt.

Jüngster Höhepunkt ist der Abschuss eines israelischen Kampfjets, nach Angriffen von Israel gegen iranische Stellungen in Syrien. Dem vorausgegangen ist angeblich der Abschuss einer iranischen Drohne über israelischem Territorium.

So schaukelt sich der arabische Frühling in Syrien, der eigentlich den Sturz des Diktators Assad zum Ziel hatte, hoch zu einem fast schon globalen Konflikt, der schlimmstenfalls in einem offenen Krieg endet. Mindestens drei der Beteiligten haben allerdings Atomwaffen und alle drei Staatschefs sind nicht für ihre Besonnenheit bekannt. Insofern besteht eine nicht zu unterschätzende Gefahr eines nuklearen Konflikts.

Und was tut die Welt? Die UN kann de facto nichts tun, weil die USA und Russland alle Abstimmungen über Resolutionen blockieren würden und abgesehen davon auch keine Möglichkeiten bestehen würden, den Konflikt so zu lösen.

Wir können alle nur hoffen, dass die Gemüter sich beruhigen und alle Parteien feststellen, dass niemandem mit einem Krieg gedient ist.

Wenn man sich allerdings die Führer der Kriegsparteien anschaut, Putin, Trump, Netanjahu, Assad und Erdogan, ist nicht mit einer Lösung zu rechnen, die dem normalen Menschenverstand nach logisch wäre. Keiner der genannten hat bisher bewiesen, dass sie global denkende Staatsmänner wären. Alle haben ein riesiges Ego und wissen nicht wirklich, was sinnvolle Weltpolitik ist.

Ist beten möglicherweise die einzige Lösung? Bloß nicht! Die Religion spielt ja in dem Konflikt auch noch eine Rolle.

Es hilft nur noch zu hoffen, dass irgendwann die gemäßigten Kräfte in den Ländern wieder die Oberhand gewinnen und die Kriegstreiberei beenden, zu Gunsten eines sicheren und stabilen nahen bzw. mittleren Ostens.

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