Zukünftiger Umgang mit Katalonien

Spaniens Regierungschef Rajoy bleibt gegenüber Katalonien hart

Spaniens Ministerpräsident Rajoy hat sich im Streit über die Unabhängigkeitsbestrebungen in Katalonien kompromisslos gezeigt: Eine Vermittlung in dem Konflikt lehnte er ebenso ab wie die Abhaltung von Neuwahlen. Zudem erwägt er den Entzug der Teilautonomie.

Der Regionalpräsident von Katalonien will also Dienstag die Unabhängigkeit von Spanien ausrufen?

Man schaue sich mal die Begründung dafür an:

42% der Katalanen haben ihre Stimme beim Unabhängigkeitsreferendum abgegeben.
90% davon wollen die Unabhängigkeit.

Es haben also nicht mal 50% der Wahlberechtigten (ja, eigentlich war die Wahl nicht rechtens) für die Abspaltung von Spanien gestimmt? Der Regionalpräsident kann ja nicht wissen, wie die übrigen 58% abgestimmt hätten. Vielleicht sind die ja geschlossen gegen die Abspaltung und wollten nicht illegal wählen.

Man merkt schon, dass da irgendwas nicht stimmt. Die Katalanen wollen einen unabhängigen Staat, sind sich aber offensichtlich nicht darüber im Klaren, dass das auch bedeutet, dass der Euro nicht mehr die offizielle Währung sein kann. Das Schengen-Abkommen gilt nicht mehr, also keine Reisefreiheit. Kein Zugang zum Binnenmarkt der EU, zumindest nicht ohne Zölle.

Im Endeffekt würde die im Moment so starke katalanische Wirtschaft binnen weniger Monate zusammenbrechen, da ja auch nicht ohne Weiteres Waren importiert werden könnten.

Die primäre Frage ist allerdings, wie man mit den „Separatisten“ umgehen soll. Mit ihnen reden wäre eine Möglichkeit. Alle verhaften eine Andere. Einen Mittelweg finden wäre wohl die beste Möglichkeit.

Da sich auch beiden Seiten aber Hardliner befinden, ist der Mittelweg eher unwahrscheinlich.

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