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arcor, oder der arglose kunde

lustig, als ich anfang februar nicht mehr ins netz gekommen bin, wer sich erinnert, wird auch meine berichterstattung im tagebuch verfolgt haben, hat sich etwas abgespielt, was in der aktuellen c’t noch getoppt wird. aber mal von anfang an….

ich war anfang januar bei real in hildesheim einkaufen und bin hinterher von einem mitarbeiter einer promotionagentur angesprochen worden. er bat mich um ein paar minuten und wollte wir einen arcor anschluss nebst dsl und isdn flat verkaufen. im ersten moment habe ich gezögert, da ich ja halbwegs glücklicher 1&1 kunde war. aber das angebot hörte sich ja gar nicht so falsch an.


arcor würde sich um die kündigung meines telekomanschlusses und um die kündigung meines 1&1 vertrages zu sofort kümmern und mir würden dadurch keine kosten entstehen. also habe ich, wie ich nunmal bin, einen vertrag unterschrieben, man muss dazu sagen, dass bei haustürgeschäften eigentlich nur vollständig ausgefüllte formulare rechtswirksam sind, und habe mit dem mitarbeiter abgesprochen, dass ich mich bei ihm melden würde, wenn ich interesse habe.

ich für meinen teil habe damit abgeschlossen, da ich nach ein wenig rücksprache rausgefunden habe, das arcor gar nicht in der lage ist einen 1-jahres vertrag zu kündigen. damit verstrichen einige wochen und eines tages war ich schwer schockiert, dass eine auftragsbestätigung in meinen postkasten flattert mit einem schaltungstermin. nach einigem hin und her mit arcor und der promotionfirma aus hannover stellte ich fest, dass ich ein problem habe. das ende der geschichte ist, dass ich nun arcor habe und trotzdem die deutschland-flat bei 1&1 bezahle. gut, damit kann man sich abfinden, womit man sich allerdings nicht abfinden kann ist die tatsache, dass die promotionfirma mir eine absolut wirre stellungnahme zugeschickt hat. in diesem schreiben wird gesagt, dass der mitarbeiter eigentlich gar nichts mit mir zu tun hatte und das der andere mitarbeiter, mit dem ich ebenfalls keinen kontakt gehabt haben soll nicht mehr für sie arbeitet und schon diverse strafanzeigen gegen ihn laufen. hier einige ausschnitte aus besagtem brief:

“Der Mitarbeiter, der diese Durchschrift verursachte, hat das Original nie bei uns abgegeben (…). Der an Arcor abgegebene Vertrag ist von einem sehr guten und beschwerdefreien Mitarbeiter, was sich hier keiner erklären kann. Dieser Herr hat die von Ihnen beschrieben “Beratung” nicht ausgeführt.”

nach mehrmaligen lesen habe ich festgestellt, dass man mehr wiedersprüche in einer stellungnahme gar nicht finden kann. ich habe also einen vertrag bei einem mitarbeiter unterschrieben, der nie eine beratung ausgeführt hat und der andere mitarbeiter, der mich “beraten” hat, hat den auftrag nie abgegeben. sehr verwunderlich. also habe ich nun einen vertrag unterschrieben oder nicht?

in der c’t steht ein ähnlicher artikel. die junge dame hat besuch von einem arcor vertriebspartner bekommen und dieser hat ihr fast das gleiche erzählt, wie der mitarbeiter bei mir in hildesheim (sehr interessant). sie hat den vertrag nie unterschrieben und trotzdem bekommt sie eine bestätigung von arcor. als der verkäufer endlich bei ihr auftaucht, da findet sie heraus, dass er sich unter falschen namen vorgestellt hat und er gibt auch zu, dass er den auftrag selbst unterschrieben hat und damit eine straftat begangen hat.

konsequenz der lage ist, dass die junge dame nun gebühren zahlen soll, für etwas, was sie nie in auftrag gegeben hat. das macht einen doch ein wenig stutzig.

wenn man bedenkt, dass arcor versucht deutschlands größter internetanbieter zu werden und mit erstklassigem service wirbt, dann sollte man sich gedanken machen. anscheinend hat arcor weder seine vertriebspartner noch seine hotline im griff. eigentlich ist es ein unding, dass es in deutschland noch erlaubt ist so unverschleiert zu lügen. natürlich, es gibt vergleichende werbung, aber eine ganz klare lüge in einem verkaufsgespräch ist eigentlich ein straftatbestand. mal abgesehen davon, dass den arglosen kunden (nicht jeder findet sich damit ab bzw. hat so viel ahnung von solchen verträgen, dass er weiß was zu tun ist, wenn so etwas passiert) hinterher die pistole auf die brust gesetzt wird, wenn diese von dem vertrag zurücktreten möchten.

man wird abwarten müssen, ob es irgendwann mal an die öffentlich gerät, dass allgemeine problem arcor. wobei, nicht nur arcor hat solche probleme. auch anderen große anbieter leben das prinzip “servicewüse deutschland” sehr gut aus. kunden sind nicht mehr könig, sondern nur noch eine hure, die es zu ergattern reizt.

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